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EnEV Anforderungen an Bestandsgebäude gilt die EnEV 2014
Seit dem 1. Februar 2002 ist die Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Sie hat die Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung zusammengeführt, zugleich aber auch eine ganz neue Denkweise in die Bauplanung eingeführt: Erstmals wird eine ganzheitliche energetische Betrachtung verlangt, die Gebäudehülle und Anlagentechnik einbezieht. Begrenzt wird der zulässige Jahres-Primärenergieverbrauch des Gebäudes.
Die Anforderungen der EnEV richten sich in erster Linie an Neubauten. Konkrete Verpflichtungen zum Handeln enthält die EnEV vor allem für die Eigentümer von Mehrfamilienhäusern; für Ein- und Zweifamilienhäuser bestehen Ausnahmeregelungen. Bestimmte Anforderungen gelten nur bedingt, weil das so genannte Wirtschaftlichkeitsgebot zu berücksichtigen ist.

Wann gelten welche Forderungen?

Die Bestimmungen der EnEV für bestehende Gebäude lassen sich im Wesentlichen in zwei Gruppen unterteilen:

1. Nachrüstpflichten
Sie betreffen den Austausch alter Heizkessel sowie die nachträgliche Dämmung von Heizungs- bzw. Warmwasserleitungen und obersten Geschossdecken.
• Diese Anforderungen müssen auf jeden Fall innerhalb bestimmter Fristen (bis Ende 2006 bzw. 2008) erfüllt werden.
• Für Gebäude mit bis zu zwei Wohnungen, von denen eine der Eigentümer bewohnt, gelten die Nachrüstpflichten nur bei Eigentümerwechsel. In diesem Fall sind sie innerhalb von zwei Jahren nach dem Eigentumsübergang zu erfüllen, allerdings nicht vor Ende der oben genannten Fristen.

2. Bedingte Anforderungen bei Gebäudesanierung oder Gebäudeerweiterung
Sie betreffen die Verbesserung des Wärmeschutzes von Bauteilen im Rahmen der Sanierung oder Erweiterung. Bei bestimmten Änderungen am Gebäude muss der Wärmedurchgangskoeffizient des betroffenen Außenbauteils anschließend einen bestimmten Höchstwert einhalten.
• Diese EnEV-Anforderungen kommen nur dann zum Tragen, wenn Bauteile im Rahmen der Modernisierung oder anderer Maßnahmen ohnehin geändert werden (z.B. Austausch bei Verschleiß, Beseitigung von Mängeln und Schäden, Verschönerungen usw.).
• Die Vorschriften gelten auch als erfüllt, wenn die entsprechenden Werte für einen Neubau um nicht mehr als 40 % überschritten werden. Das ist durch eine Energiebedarfsrechnung nachzuweisen.
• Wird das beheizte Gebäudevolumen um zusammenhängend mehr als 30 m3; erweitert, gelten für den neuen Gebäudeteil die gleichen Anforderungen wie für Neubauten.

Austausch alter Heizkessel gemäß EnEV

Öl- und Gas-Heizkessel, die vor dem 1.10.1978 eingebaut wurden, müssen bis zum 31.12.2006 außer Betrieb genommen werden. Wenn der Brenner nach dem 1.11.1996 erneuert worden ist oder der Kessel durch andere Maßnahmen (z.B. Einstellung des Brenners) so weit ertüchtigt wurde, dass er die geltenden Abgasgrenzwerte einhält, verlängert sich die Austauschfrist bis zum 31.12.2008. Dies gilt nicht für Anlagen, die bereits über Brennwert- oder Niedertemperaturkessel verfügen oder deren Nennleistung weniger als 4 Kilowatt oder mehr als 400 Kilowatt beträgt.

Für besondere Anlagen, die z.B. zur reinen Warmwassererzeugung dienen oder mit festen Brennstoffen befeuert werden, gelten ebenfalls Ausnahmeregelungen. Die BImSchV legt Abgasverlust-Grenzwerte für neue oder wesentlich geänderte Gas- und Ölfeuerungsanlagen fest. Die zulässigen Höchstwerte sind aus Tabelle 1 zu ersehen. Bestehende Gas- und Ölfeuerungsanlagen müssen diese Höchstwerte nach bestimmten Übergangsfristen ebenfalls einhalten. Wann die Fristen ablaufen, hängt von den Ergebnissen der Einstufungsmessung ab, die der Schornsteinfeger 1997-1999 durchgeführt hat. (Die entsprechenden Vorschriften der BImSchV gelten seit dem 1.1.1998.)

Dämmung von Rohrleitungen
Nicht gedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen, die in ungeheizten Räumen (z.B. Keller) liegen, müssen bis zum 31.12.2006 nachträglich gedämmt werden. Die Anforderungen an die Dämmung sind in Anhang 5 der EnEV festgelegt. Tabelle 3 bietet einen Überblick.

Dämmung der obersten Geschossdecke
Eine Nachrüstpflicht enthält die EnEV für nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken in beheizten Räumen. Sie müssen bis zum 31.12.2006 nachträglich gedämmt werden. Nach der Maßnahme darf der Wärmedurchgangskoeffizient der Geschossdecke nicht größer sein als 0,30 W/(m2·K).

Hinweis:
Nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken beheizter Räume in Gebäuden mit normalen Innentemperaturen müssen nachträglich gedämmt werden. Wie ist der Begriff – nicht begehbar – auszulegen?

Der Verordnungsgeber hat den unbestimmten Rechtsbegriff "nicht begehbar" als typisierenden Ansatz gewählt. Die Dämmung wird damit in solchen Fällen zur Pflicht, in denen Räume über der obersten Geschossdecke keine Ausbaureserve für Aufenthaltsräume oder für andere Nutzungen (z.B. Abstell- oder Trockenräume) darstellen. Für diese Regelung maßgeblich ist die grundsätzliche Wahrung der wirtschaftlichen Zumutbarkeit von Dämm-Maßnahmen auch im Hinblick auf eine Entwertung baulicher Investitionen durch einen späteren, genehmigungsfähigen Ausbau. Vor diesem Hintergrund ist im Sinne der EnEV eine oberste Geschossdecke begehbar und unterliegt damit nicht einer nachträglichen Dämmpflicht, wenn der Dachraum oberhalb einer entsprechend großen tragfähigen Grundfläche eine lichte Höhe aufweist, innerhalb der sich ein durchschnittlich großer Mensch in aufrechter Haltung ohne Mühe bewegen kann. Die bauordnungsrechtlich für Aufenthaltsräume vorgeschriebene Höhe wird nicht verlangt, da auch andere als Aufenthaltsräume (z.B. Abstell- oder Trockenräume) vom Anwendungsbereich des § 9 Abs. 3 EnEV durch die Begriffswahl ausgenommen sind. Die Anforderung nach § 9 Abs. 3 betrifft ausschließlich solche oberste Geschossdecken, die Außenbauteile beheizter Räume sind. Dies ist insbesondere dann nicht der Fall, wenn der darüber liegende Dachraum von einer Dämmschicht umschlossen wird.

Verbesserung des Wärmeschutzes bei der Sanierung oder Erweiterung von Gebäuden
Bei der Festlegung von Anforderungen für bestehende Gebäude ist der Verordnungsgeber an das Wirtschaftlichkeitsgebot gebunden, das im Energieeinspargesetz festgeschrieben ist (§ 4 Abs. 3 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 Satz 3 EnEG). Deshalb verlangt die EnEV in der Regel nur dann eine Verbesserung des Wärmeschutzes, wenn ein Bauteil ohnehin verändert wird. In diesem Zusammenhang soll dann auch die energetische Qualität auf das heute geltende Anforderungsniveau gebracht werden.
Das bedeutet: Bei der Erweiterung oder Sanierung von Gebäuden oder Gebäudeteilen müssen bestimmte Wärmedurchgangskoeffizienten berücksichtigt werden. Diese „bedingten Anforderungen” sind im Grundsatz schon aus der Wärmeschutzverordnung bekannt. Sie gelten bei Modernisierungen sowie bei Neueinbau, Austausch oder Änderung von Bauteilen und Anlagen. Zusätzlich wurden die bedingten Anforderungen auf einige neue Tatbestände ausgedehnt. Dazu gehören z.B. folgende Maßnahmen:
- Erneuerung des Außenputzes bei einer bestehenden Wand, deren k-Wert größer als 0,9 W/(m2·K) ist Erneuerung der Ausfachungen in Fachwerkwänden
- Erneuerung der Verglasung von Fenstern oder Fenstertüren
- Einbau zusätzlicher Vor- oder Innenfenster
- Einbau von Feuchtigkeitssperren oder Drainagen im Kellerbereich
- neue Fußbodenaufbauten