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Wenn Sie Wasser in einem Topf ohne Deckel kochen, brauchen Sie ca. 10 % mehr Energie als in einem Topf mit Deckel. „Logisch“ werden Sie sagen, „denn schließlich entweicht ja die Hitze“. Was das mit Ihrem Haus zu tun hat? Sehr viel! Denn wenn Ihr Haus keinen ordentlichen Deckel hat, wenden Sie ebenfalls viel mehr Energie zum Heizen auf, als notwendig. Nur, dass der Deckel „Dach“ genannt wird und Sie nicht nur 10 % sondern eher 20 % unnötigen Energieverbrauch haben.

Eine Dachdämmung bedeutet aber auch: Der Gesamtenergieverbrauch Ihres Hauses wird reduziert und die Räume im Dachgeschoss werden zu Wohnzwecken nutzbar. Diese Punkte sind natürlich nicht direkt miteinander zu vergleichen. Die Energieeinsparung lässt sich zwar errechnen aber Sie gewinnen weit mehr als in Euro und Cent ausgedrückt werden kann. Denn wer will beziffern, wie viel ein zusätzliches Zimmer unter dem Dach wert ist oder was es bedeutet, einen Rückzugsraum zu haben oder um wie viel angenehmer es sich nachher in den Räumen darunter wohnt? Eine Dachdämmung lohnt also immer mehrfach.

Wie wird ein Dach gedämmt?

Grundsätzlich sei gesagt: Egal wie Ihr Dach heute aussieht, wie es aufgebaut ist oder wie die Dachbalken aussehen. Es findet sich immer ein Weg, Ihren Dachraum nutzbar zu machen oder den unkontrollierten Energieverlust zu begrenzen. Dämmen können Sie: von außen oder von innen zwischen den Sparren und durch Erhöhung der Sparrenhöhe, um so ausreichend Dämmstoff einzubringen erst zwischen den Sparren und dann zusätzlich quer dazu oder ausschließlich als Aufdachdämmung selbst dann, wenn Ihr Dach außen noch neu und innen verkleidet ist: Dann nutzen Sie einblasfähige Dämmmaterialien und müssen nicht mehr länger auf den Wohnraum unterm Dach und Wohnkomfort verzichten.

Was meint der Gesetzgeber?


Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist bundesweit geregelt, welche Qualität ein Dach nach „erheblichen Änderungen“ haben muss. Als „erheblich“ bezeichnet man eine Änderung, wenn mindestens 20 % einer Dachfläche erneuert werden. Bei einem Schrägdach soll der U-Wert (das Maß für den Wärmeverlust) bei maximal 0,3 W/m2K sein und bei einem Flachdach bei maximal 0,25 W/m2K. Die EnEV regelt weiterhin, wie mit den obersten Geschossdecken zu verfahren ist. Wenn der Dachraum zugänglich ist, aber eine zu geringe Raumhöhe hat um darin zu stehen, muss sogar nachgerüstet werden. Diese Decken müssen bis zum 31.12.2006 auf einen U-Wert von 0,3 W/m2K gebracht werden. Handelt es sich um ein selbstgenutztes Eigenheim allerdings erst bei einem Eigentümerwechsel innerhalb der dann folgenden zwei Jahre. Da der komplette Aufbau eines statisch sicheren Fußbodens im Falle von begehbaren und dann in der Regel genutzten Dachböden sehr aufwendig ist, sind diese Dachböden aus der Vorschrift der Energieeinsparverordnung ausgenommen. Aus Sicht des Wohlbefindens in den obersten Stockwerken und aus energetischer Sicht ist die Dämmung hier aber genauso wichtig.

Wann lohnt sich eine Dachdämmung?

Wenn Sie ohnehin das Dach reparieren lassen – z. B. weil es bei Regen undicht ist oder weil Ihnen der letzte Sturm Teile des Daches weggerissen hat – dann ist es auf jeden Fall Zeit, das Dach auch zu dämmen. Das gebietet neben der Vernunft auch die Energieeinsparverordnung (EnEV), die verlangt, dass Sie Ihr neues Dach dann auch auf den Stand der Technik bringen. Aber besonders wenn die Räume in dem Stockwerk unter dem Dach im Winter kalte Decken haben und im Sommer nicht kühl bleiben, ist das ein eindeutiges Zeichen, dass Sie die Dachdämmung nicht mehr länger aufschieben sollten. Denn durch die Dämmung des Daches erhöhen Sie den Wohnwert in den darunter liegenden Räumen erheblich.

Kann die alte Eindeckung bestehen bleiben?

Grundsätzlich „Ja“ aber bitte bedenken Sie, dass auch Ihre Dacheindeckung nur eine begrenzte Lebensdauer hat. Das heißt, schließen Sie jetzt keine Kompromisse, wenn Sie in den nächsten Jahren ohnehin erneuern müssen. Die Mehrkosten werden durch die leichter ausführbaren Dämmarbeiten relativiert und Sie laufen nicht in Gefahr, dass die Luftdichtung nur als Stückwerk auf dem Dach landet.

Wie sieht ein moderner Dachaufbau aus?

Bislang wurden Dachkonstruktionen in „belüftet“ und „unbelüftet“ unterteilt. „Belüftet“ bedeutet, dass sich, von innen aus gesehen, nach der Dämmung eine Luftschicht befindet, die eindringende Feuchtigkeit nach dem Verdampfen wieder nach draußen führt. Moderne Dächer werden „unbelüftet aber diffusions-offen“ ausgeführt. So kann die komplette Sparrenhöhe ganz für die Dämmung genutzt werden. Ein modernes Dach berücksichtigt aber auch den Zugang vom Wohnraum zum Dach. Wird Ihr Dachraum nicht beheizt, so wird auch die Tür oder die Klappe zum Dach gedämmt.

Was kann ich selber machen?

Die oberste Geschossdecke und bis zu einem gewissen Grad auch die Sparrenzwischenräume können Sie schnell und kosteneffizient in Eigenleistung dämmen, aber stellen Sie sicher, dass alle Anschlüsse luftdicht ausgeführt sind. Bei komplizierten Anschlüssen zu den aufsteigenden Wänden und Deckendurchdringungen oder wenn Ihnen nicht klar ist, ob Sie ein belüftetes oder ein unbelüftetes Dach haben, sollten Sie unbedingt einem Fachmann die Sanierung anvertrauen. Und spätestens wenn der Boden eine tragende Unterkonstruktion braucht, sollten Sie einen Fachmann zu Rate ziehen. Schütt- oder Einblasdämmstoffe schließlich gehören nur in die Hand von Fachleuten. Zu groß ist die Gefahr, dass Sie an nicht einsehbaren Stellen keine Dämmung anbringen und so eine Wärmebrücke schaffen.

Welche Dämmmaterialien werden eingesetzt?


Der Dämmstoff muss umso flexibler sein je ungleichmäßiger die zu dämmenden Sparrenzwischenräume sind. So sollten bei krummen unebenen Sparren Schütt- und Einblasdämmstoffe oder formbare Matten zum Einsatz kommen. Bei Aufdachdämmung werden auch Hartschäume verwendet. Sie haben die Wahl zwischen Naturdämmstoffen wie Holzfaser oder Holzspäne, Zellulose, Flachs, Kokosfaser, Kork, Schilf oder Baumwolle und den Klassikern wie Mineralwolle, Steinwolle, Polystyrol, Polyurethan, Polyester oder Schaumglas. Unterschiede bestehen hinsichtlich der Dämm- und Brandschutzeigenschaften, der Belastbarkeit, der Feuchteempfindlichkeit und der notwendigen Schichtdicke. Formbare Matten werden passend zugeschnitten und zwischen die Sparren gedrückt. Auch kleinere Zwischenräume müssen gut ausgefüllt werden, um Wärmebrücken zu vermeiden. Feste Platten sind zur Dämmung auf oder unter den Sparren gut geeignet. Als Zwischensparrendämmung lassen sich die starren Platten nur bedingt den unebenen Sparren anpassen.

Wenn Sie schon dabei sind: Sonne, Fenster, Aufstocken, Gauben . . .

Ihr Dachraum ist noch nicht ausgebaut? Gratulation! Sie haben möglichen Wohnraum gewonnen. Und das Beste: Die Energieeinsparung finanziert Ihren Umbau mit! Bisher verlieren Sie bis zu 20 % Energie ungenutzt durch das Dach ins Freie. Diese Lücke schließen Sie. Sie bauen neue Dachflächenfenster und Trennwände ein und durch Gauben oder eine Aufstockung schaffen Sie nötigenfalls Bewegungsfreiheit in Ihrem neuen Dachstudio. Die Installation einer Solaranlage ist bei offenem Dach natürlich einfacher und günstiger.